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Gemeinschaft leben, Verantwortung teilen: Das Mitwirkungskonzept des CSC Recklinghausen für CSC`s

Die aktive Beteiligung aller Mitglieder in Cannabis Social Clubs ist seit Inkrafttreten des neuen Konsumcannabisgesetzes (KCanG) nicht nur gewünscht, sondern explizit vorgeschrieben. Was in der Theorie simpel klingt, bringt für größere Gemeinschaften enorme Herausforderungen mit sich. Wie koordiniert man hunderte Mitglieder effektiv, fair und rechtskonform?

In Recklinghausen haben sich der Cannabis Social Club Recklinghausen e.V. und die Anbauvereinigung Recklinghausen e.V. genau dieser Herausforderung angenommen. Das Ergebnis: ein durchdachtes, digitales und innovatives Mitwirkungskonzept, das Vorbildcharakter für viele weitere Clubs haben könnte.

Das Problem: Vielfalt trifft auf Gesetzgebung

Mit bis zu 500 aktiven Mitgliedern steht der CSC Recklinghausen vor komplexen organisatorischen Herausforderungen. Unterschiedliche Altersgruppen, gesundheitliche Voraussetzungen und Lebensumstände müssen berücksichtigt werden. Hinzu kommt, dass laut Gesetz keine Vollzeitbeschäftigten für die Koordination der Mitglieder erlaubt sind. Gleichzeitig schreibt §17 Absatz 2 KCanG ausdrücklich vor, dass alle Mitglieder aktiv am gemeinschaftlichen Eigenanbau mitwirken müssen – und zwar persönlich.

Die Lösung: Ein intelligentes digitales System

In enger Zusammenarbeit haben CSC Recklinghausen und die Anbauvereinigung Recklinghausen e.V. ein mehrstufiges digitales Mitwirkungssystem entwickelt, das Fairness, Flexibilität und einfache Handhabung miteinander vereint.

1. Erweiterte Zugangslogik – individuelle Aufgabenvergabe

Mitglieder mit gesundheitlichen Einschränkungen oder spezielle Altersgruppen erhalten gezielt Aufgaben, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind:

  • Menschen mit körperlichen Einschränkungen können bei der Registrierung ihre Bedürfnisse angeben und erhalten bevorzugten Zugang zu leichten Aufgaben wie Dokumentation oder Verpackung.
  • Junge Erwachsene (18 bis 21 Jahre) werden automatisch vom System so gesteuert, dass sie ausschließlich mit Produkten unterhalb von 10 % THC in Kontakt kommen.

Dadurch wird niemand ausgeschlossen, jeder kann und soll aktiv mitwirken.

2. Sicherer und transparenter Mitgliederbereich

Die zentrale Plattform ist die digitale Aufgabenwolke, die ausschließlich über einen sicheren, geschützten Mitgliederbereich zugänglich ist. Moderne Authentifizierungsverfahren (Passkey und Zwei-Faktor-Authentifizierung) sorgen dafür, dass nur autorisierte Personen Zugriff haben.

3. Die Digitale Aufgabenwolke – flexible Mitgestaltung

In der Aufgabenwolke werden Tätigkeiten in einstündigen Zeitslots dargestellt, aus denen Mitglieder flexibel wählen können. Die Slots sind übersichtlich kategorisiert und priorisiert. Eine automatische Sperrfunktion verhindert Überbuchungen – einfach, transparent und jederzeit nachvollziehbar.

4. Check-in vor Ort – automatisierte Nachweispflicht

Vor Ort erfolgt die Erfassung der Anwesenheit über ein modernes digitales Check-in-System (UniFi Access). Dies geschieht beispielsweise per NFC-Chipkarte oder Smartphone-App. Unterstützt wird das Ganze durch KI-gestützte Kameraüberwachung, datenschutzkonform und manipulationssicher. Jeder Check-in ist unmittelbar mit den gebuchten Aufgaben verknüpft.

5. Verwaltung und Dokumentation – alles automatisch

Das Herzstück des Konzepts ist die automatische Verwaltung aller geleisteten Stunden. Die Vereinsleitung hat jederzeit Einblick in die geleisteten Mitwirkungszeiten, der Nachweis gegenüber Behörden erfolgt auf Knopfdruck. Das schafft maximale Transparenz und reduziert gleichzeitig den Verwaltungsaufwand erheblich.

Mathematische Klarheit: Warum 13 Personen am Tag genügen

Um die Anforderungen klar zu erfüllen, wurde das Konzept mathematisch hinterlegt:

  • Gesamtzahl der Mitglieder: 500 Personen
  • Davon 35 geringfügig Beschäftigte, die gesonderte Leitungsfunktionen übernehmen
  • Übrig bleiben 465 ehrenamtlich aktive Mitglieder, die jeweils 10 Pflichtstunden pro Jahr leisten
  • Daraus ergibt sich ein Jahresbedarf von insgesamt 4.650 Stunden
  • Verteilt auf das ganze Jahr bedeutet das: Rund 13 Personen täglich reichen bereits aus, um alle gesetzlichen Vorgaben sicher zu erfüllen.
Vorteile auf allen Seiten

Das Mitwirkungssystem überzeugt sowohl Mitglieder als auch Vereinsführung:

Für Mitglieder:

  • Flexible, eigenverantwortliche Zeiteinteilung
  • Transparente Stundenübersicht
  • Berücksichtigung individueller Einschränkungen

Für den Verein:

  • Minimierter Koordinations- und Verwaltungsaufwand
  • Sichere Erfüllung aller gesetzlichen Anforderungen
  • Optimierte Ressourcennutzung
Fazit – Ein Konzept mit Zukunftspotential

Das neue Mitwirkungskonzept des CSC Recklinghausen, entwickelt in Zusammenarbeit mit der Anbauvereinigung Recklinghausen e.V., zeigt eindrucksvoll, wie moderne Technologie und gesetzeskonforme Praxis sinnvoll kombiniert werden können. Es bietet Cannabis Social Clubs bundesweit eine fundierte Vorlage, um die Herausforderung einer gesetzeskonformen, flexiblen und transparenten Mitgliederorganisation erfolgreich zu meistern.

Ein echtes Win-win-Konzept: Fair, innovativ und sicher! 

Mitgliedsbeiträge von Anbauvereinigungen unterlieg...
 

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Donnerstag, 03. April 2025